Anbieter einloggen
Home
BLEIBEN SIE UPTODATE
Registrieren Sie sich für unseren monatlichen Newsletter.
Ihre Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben.
Zu unseren Datenschutz-Bestimmungen.

   

ARTIKEL
Teile diesen Artikel
Automatisierte und sichere Lösungsmittel- reinigung
Download Artikel als PDF
Wenn Sie bereits in unserer Mailingliste sind, wird die PDF sofort geöffnet, sonnst wird ein Download-Link zugesandt.
Sie erhalten ausserdem ein Probeexemplar unseres Newsletters.

Automatisierte und sichere Lösungsmittel- reinigung

Ultra-trockene Lösungsmittel aus einem Lösungsmittelreinigungssystem bieten Vorteile gegenüber der traditionellen Destillation. Im Fachbereich Synthetische Organische Chemie der Radboud Universität erklärt der Doktorand Hidde Elferink warum: „Wir erforschen die chemische Kopplung von Zuckern, auch bekannt als Glykosylierung. Dazu brauchen wir extrem reine, trockene Lösungsmittel. Als diese noch destilliert wurden, ging manchmal etwas schief. Jetzt funktioniert das sicher, schnell und einwandfrei.”

Destillation ist eine schöne, traditionelle Art der Trocknung von Lösungsmitteln. Aber es ist keine schnelle, zugängliche Methode, sagt Hidde Elferink: „Ich habe sie gehasst, als ich noch Student war. Der Aufbau nimmt viel Zeit und auch Platz im Labor in Anspruch. Es kann auch viel schief gehen. Nehmen wir z.B. THF (Tetrahydrofuran): Wenn man nicht aufpasst, fällt es trocken. Dann kann es explodieren. Ich habe Brände und sogar eine kleine Explosion miterlebt“.

Firmeninformation

www.labinsights.nl SPEZIELLES THEMA: SICHERHEIT Ultra-trockene Lösungsmittel aus einem Lösungsmittelreinigungssystem bieten Vorteile gegenüber der traditionellen Destillation. Im Fachbereich Synthetische Organische Chemie der Radboud Universität erklärt der Doktorand Hidde Elferink warum: „Wir erforschen die chemische Kopplung von Zuckern, auch bekannt als Glykosylierung. Dazu brauchen wir extrem reine, trockene Lösungsmittel. Als diese noch destilliert wurden, ging manchmal etwas schief. Jetzt funktioniert das sicher, schnell und einwandfrei.” Alinda Wolthuis | Fotografie: FOODnote Destillation ist eine schöne, traditionelle Art der Trocknung von Lösungsmitteln. Aber es ist keine schnelle, zugängliche Methode, sagt Hidde Elferink: „Ich habe sie gehasst, als ich noch Student war. Der Aufbau nimmt viel Zeit und auch Platz im Labor in Anspruch. Es kann auch viel schief gehen. Nehmen wir z.B. THF (Tetrahydrofuran): Wenn man nicht aufpasst, fällt es trocken. Dann kann es explodieren. Ich habe Brände und sogar eine kleine Explosion miterlebt“. Ultratrockene Lösungsmittel Elferink arbeitet in der Gruppe von Professor Floris Rutjes und Dr. Thomas Boltje an der Zuckerchemie. „Viele von uns sind ein- gefleischte organische Chemiker und Chemikerinnen“, charak- terisiert Elferink sich selbst und seine Kollegen und Kolleginnen. „In unserer Gruppe erforschen wir Zucker in und an Zellen. So erforschen wir beispielsweise synthetische Methoden, um die Zuckerbäume, die bei der Kommunikation zwischen den Zellen eine Rolle spielen, nachzubilden. Dies ist wichtig für die Entwick- lung von Impfstoffen und für das Verständnis des Immunsystems. Für unsere Arbeit brauchen wir ultradünne Lösungsmittel um unerwünschte Nebenreaktionen zu verhindern. Der Grund dafür ist, dass bei der Glykosylierung hochreaktive Partikel entstehen, die eine winzige Menge Wasser enthalten, die ausreicht, um eine unerwünschte Verbindung zu bilden und den Test fehlschlagen zu lassen“. Die Gruppe trocknet die Lösungsmittel mit einem vollautoma- tischen System, dem MBraun Solvent Purification System, das von Salm und Kipp geliefert wird. „Es funktioniert sehr einfach. Wir verarbeiten fünf Lösungsmittel: Toluol, THF, Dichlorme- than, Acetonitril und Diethylether. Die Lösungsmittel werden in ein Reservoir gefüllt, werden hochgepumpt und durch ein „Das automatische Reinigungssystem ist kontrollierter und sicherer: Es wird keine Wärme abgegeben.“ Schnelle und kontrollierte Destillation an der Radboud Universität Nimwegen in den Niederlanden Automatisierte und sichere Lösungsmittel- reinigung Wenn das Röhrchen mit ultra-trockenem Toluol gefüllt ist, kommt ein Stopfen drauf. Das Tragen von Handschuhen bei der Entnahme ist nicht notwendig, denn man kommt nirgendwo in Kontakt mit dem Lösungsmittel. 33 LABinsights | Februar 2020 ©maXus media SPEZIELLES THEMA: SICHERHEIT Der Doktorand Hidde Elferink vom Fachbereich Synthetische Organische Chemie an der Radboud Universität entnimmt ultratrockenes Lösungsmittel aus dem MBraun-Lösungsmittelreinigungssystem. Das MBraun-Lösungsmittelreinigungssystem Das MBraun Solvent Purification System (MB SPS) wurde speziell für Labore entwickelt, die eine sichere, schnelle und einfache Methode zur Dosierung von ultra-trockenen Lösungsmitteln benötigen. Das Lösungsmittelreinigungs- system ist voll automatisiert. Die Lösemittelbehälter wer- den mit Inertgas unter Druck gesetzt (normalerweise eine Stickstoffquelle mit einer Reinheit von 99,99% oder höher). Das Lösungsmittel steigt durch das Tauchrohr auf und durchläuft eine doppelte Filtersäule, die die Feuchtigkeit aus dem Lösungsmittel absorbiert. Die ultratrockenen Lösungs- mittel werden dann direkt am System und/oder in einem integrierten Handschuhfach in Sammelbehälter dosiert. Dies geschieht PLC-gesteuert. Jede Linie wird unabhängig gesteuert. Pro System können bis zu sieben Lösungsmittel- behälter montiert werden. Ein feuerfester Lagerschrank für brennbare Flüssigkeiten sorgt für die Sicherheit des Labors. Februar 2020 | LABinsights 34 www.labinsights.nl ©maXus media SPEZIELLES THEMA: SICHERHEIT Filtersystem geleitet, das den größten Teil des Wassers extra- hiert. Schließlich fangen wir es in einer Stickstoffatmosphäre auf. Man hat dann ein sehr trockenes Lösungsmittel. Der Entnahmeprozess geht eigentlich nie schief und es gibt kaum Hydrolyse-Nebenreaktionen“. Kein Destillationsstress Etwa achtzig Personen arbeiten im Labor mit einem anderthalb Meter breiten System. Trotzdem gibt es nie eine Wartereihe vor dem Gerät, sagt Elferink: „Das liegt daran, dass man in etwa zwei oder drei Minuten mit der Entnahme fertig ist. Das ist wirklich anders als beim Destillieren; der Aufbau, das Destillieren und die Reinigung einer Anlage sind zeitaufwändige Tätigkeiten und Destillierung benötigt viel mehr Platz. Außerdem arbeiten hier viele Studierende; die muss man oft beim Aufbau einer Destil- lieranlage begleiten. Für das automatische Reinigungssystem reichen ein oder zwei Erklärungen aus. Vor allem aber ist es kon- trollierter und sicherer - bei diesem System wird nämlich keine Wärme abgegeben. Die Studierenden finden es angenehm, sie haben keinen Destillationsstress. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass sie das Produkt doch an die Luft lassen, wodurch es nicht mehr ganz trocken ist. Aber das ist selten.“ Wechseln der Filter Das Gerät gibt es nun schon seit mindestens fünf Jahren, sagt Elferink. „Es müssen nur ab und zu die Filter gewechselt werden. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen behalten im Auge, ob die Filter noch funktionieren oder ob sie gewechselt werden müssen. Aber das System funktioniert einfach sehr gut - und das ist auch gut so, denn wenn es kaputt ginge, hätten wir ein Problem. Das würde die Forschung verzögern und darauf können wir wirklich verzichten!“ Apropos, können wir bald mit einem Durchbruch in der Zuckerforschung rechnen? „Haha, ja, was soll ich darauf antworten, ohne zu viel zu verraten? Sagen wir einfach, dass wir demnächst ein trockenes Blatt Papier haben werden!” 35 LABinsights | Februar 2020
MAXUS MEDIA
LABinsights.net LABinsights.de LABinsights.nl
Erhalten Sie unseren Newsletter
Newsletter Archiv
SERVICE UND KONTAKT flag